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Geldsystem als okkulte Religion

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Der Kapitalismus ist eine auf Schuldanerkennung basierte Ökonomie. Die Schulden bzw. das Geld sind die zentrale Nabe, um die sich die Ökonomie und daraus folgend die ganze Kultur dreht. Da die Schuld aus dem Nichts entsteht, handelt es sich nicht, wie viele glauben, um einen rationalen Akt, sondern um einen rituellen. Die moderne Geldschöpfung hat damit einen okkult-religiösen Charakter.



Geld wird von den Banken durch die s.g. „multiple Kreditschöpfung“ aus dem Nichts als Schuld geschaffen. Oder anders ausgedrückt, so repräsentiert Geld eine Schuldanerkennung verbunden mit einem Leistungsversprechen auf die Zukunft. Man könnte auch sagen, Geld repräsentiert ein Opfer, und unsere Lebensarbeitszeit als Pfand. Die Nationalökonomie hatte bisher behauptet, dass Geld ein neutraler Vermittler sei, der neutral den Wertetausch zwischen Waren und Dienstleistungen ermöglicht, ein Tauschmittel eben.


Nun aber, bei genauerem Hinsehen, offenbart sich das Geld als Herr des Tausches. Denn es stellt sich nur unter den Bedingungen einer Schuld zur Verfügung: Es will durch den Zins mehr zurück haben, mehr als wie ein neutraler Vermittler nehmen würde. Aus diesem Grunde ist Geld nicht mehr der Diener des Menschen, sondern sind die Menschen der Diener des Geldes. Denn weil Geld Schuld ist, gibt es niemals genügend Geld im System, um die Zinsen zu bezahlen. Einzige Lösung: noch mehr Schulden. Dieser Umstand erzwingt eine permanente, exponentiell wachsende Verschuldung, mit der Folge einer subtilen Versklavung der Menschheit ohne Rücksicht auf ihre sozialen, spirituellen und ökologischen Bedürfnisse.

Der Kapitalismus ist darum eine auf Schuldanerkennung basierte Ökonomie. Die Schulden bzw. das Geld sind die zentrale Nabe, der Schlüssel, um die sich die Ökonomie und daraus folgend, die ganze Kultur, dreht. Da die Schuld „ex nihilo“ aus dem Nichts, d.h. durch Schuldanerkennung der Allgemeinheit, entsteht, handelt es sich nicht, wie viele glauben, um einen rationalen Akt, sondern um einen rituellen. Die moderne Geldschöpfung hat damit einen okkult-religiösen Charakter (Die Dollar-Note und ihr geheimer Code (Video)).

Sie ist ein soziales Konstrukt, das erst im Spannungsfeld unserer Religion und Kultur gedeihen konnte und sie gleichzeitig in hohem Masse formt. Es ist kein Zufall, dass unser Schuldgeld auch Fiatgeld genannt wird: „Fiat lux“ lat. „es werde Licht“ sprach Gott in der Genesis. Genauso gottgleich sind die heutigen Geldschöpfer, denn Schuldgeld ist der Abgott dieser Welt („Kolossales Betrugs- und Irrtumssystem“: Fallgruben des Geldes). Luther hat es formuliert: Der Teufel – die Schuld – ist der Fürst dieser Welt. Geld repräsentiert eine unbewusst anerkannte und auf ein Symbol projizierte spirituelle Schuld in dessen Abhängigkeit wir uns durch eine in der Wirtschaft verweltlichte Religion begeben haben.

Das mag für Viele neu klingen, doch der Schuldhandel mit den Göttern ist der historische Ursprung für die rituelle Schöpfung der ersten Gold – und Silbermünzen. Zu jener Zeit existierte noch die Illusion, dass die spirituelle Schuld durch ein geeignetes Opfer an die Götter getilgt werden könnte. Das Wort „Geld“ stammt etymologhisch von „geltan“ althochdeutsch für „opfern“ und ist das, was als Opfer im Schuldhandel mit den Göttern „gilt“ um die „guilt“, die Schuld zurück zu bezahlen. „Geld ist menschliche Schuld, deren Schlacke hinweg geläutert worden ist, bis es ein reines Kristall der Selbstbestrafung wird; aber es bleibt unrein, weil es Schuld bleibt.“ schrieb der amerikanische Psychologe und Philosoph Norman O. Brown.Da unsere Schuld aus dem Nichts unseres kollektiven Unbewussten durch Zins und Zinseszins ins Unendliche und damit Unerträgliche wächst, könnte man behaupten, dass dieser Abgott die Hölle auf Erden erzeugt. Wir müssen nämlich nicht nur uns selbst und unsere Mitmenschen bis zum Umfallen ausbeuten, sondern auch die Schöpfung zerstören, damit wir den unendlich wuchernden Leistungsforderungen dieses Abgottes zu Diensten sein können.

Ich wähle hier bewusst diese religiös gefärbten Begriffe, um auf die stark tiefenpsychologische Dimension der Schuld(en)problematik aufmerksam zu machen, weil es dort, und nur dort, erkannt und aufgelöst werden kann. Selbst liegt mir Religion im traditionellen Sinne fern.

Um eine Projektion aufzulösen, muss sie unserem Bewusstsein wieder zugänglich werden. Erst dann kann Heilung und Auflösung der systemischen Bindung geschehen. Diese Schuld drängt nun durch die Schuld(en)krise aus dem „Nichts“, d. h. aus der Verdrängung im kollektiven Unterbewussten, schmerzhaft an die Oberfläche unseres Bewusstseins. Warum?

Die ganze Welt ist überschuldet, die immanenten Zwänge des Schuldgeldsystems haben unsere Gesellschaften und sogar das ökologische Gleichgewicht an den Rand eines apokalyptischen Zusammenbruchs geführt. In der Logik des herrschenden Schuldgeldsystems stehen uns nur weitere Verschuldung und Zusammenbruch als Alternative zur Verfügung. Wir stehen darum am Scheideweg zwischen Bewusstwerdung und einer wesentlichen Veränderung unserer Kultur oder einer bewusstlosen Selbstzerstörung im altem Paradigma.

Hier ist darum ein wesentlicher Punkt festzuhalten: Die Macht über unser Leben ist in unseren Händen (oder genauer: Köpfen). Die Verortung der Kontrolle über das Geldsystem muss sich von der Finanzelite dorthin verschieben, wo die Projektion der Schuld begann: bei den Menschen. Es ist nämlich die Projektion der Menschen, die das Schuldgeld zu einer gesellschaftlich anerkannten Illusion machte. Ein Magier erzeugt eine Illusion, doch sie entsteht nicht ohne die Kooperation des Publikums. Eine Illusion wie das Schuldgeld kann darum nicht bekämpft, sondern nur erkannt werden.

Aber – um was geht es eigentlich? Können diese verdrängten Inhalte in einem kurzen Artikel überhaupt beschrieben werden? Jedenfalls definiert Schuld und Schuldgeld uns und unsere Beziehungen zur Welt und, geschichtlich gesehen, zu dem, was wir allgemein „Gott“ nennen. Die Schuld macht uns selbst in dem Masse wertlos, wie wir unser Leben an das Schuldsymbol, d.h. Geld, veräussern und uns verschulden. Die Schuld definiert unser Leben in Abhängigkeiten und Forderungen. Es macht die Schuldner zu Sklaven und die Gläubiger zu Herren. Sie hat eine entscheidende Rolle bei der Definition, wer wir sind und was wir wollen.


Sind wir nicht durch den Wachstumszwang fast alle in ein Hamsterrad eingesperrt, das uns so beschäftigt und unser Dasein so stark durchdringt und definiert, dass wir keine Zeit finden, es zu hinterfragen? Da Schuldgeld ein Leistungsversprechen auf die Zukunft ist, sind unsere Sinne vollkommen auf die Steigerung unserer Leistung in der Zukunft fixiert.

Auf diese Weise haben wir als Gemeinschaft den Kontakt zu dem einzigen verloren, was wir jemals „wirklich“ im Leben „haben“ werden: Diesen Augenblick. Hier und Jetzt zu sein, einfach nur bewusst zu sein, ohne Anspruch besser und mehr zu sein, kann sich fast keiner mehr leisten. Unsere Sinne sind okkupiert von der Planung des zukünftigen Augenblickes. Im Hier und Jetzt präsent zu sein, ist schon fast subversiv (Wohlstand auf dem Rücken der Dritten Welt: Sklavenarbeit für unseren Fortschritt! (Video)).

Es ist ein Akt des Ungehorsams gegen eine manische Geisteshaltung, die bewusstlos von einer Gewinnsteigerung zur nächsten hechelt. In dieser sinnentleerten Jagd verlieren wir den Kontakt zu unserem Selbst, dem was Jetzt/Hier immer präsent und gewahr ist und das, was wirklich Wertschätzung verdient. Auf diese Weise werden wir im Mahlström des erzwungenen exponentiellen Wirtschaftswachstums entseelt, das Selbst entwertet und verachtet und wir zu willigen Objekten des Wachstumszwanges des Schuldgeldes verwandelt.

Es ist schwer, aus der scheinbar zwingenden Logik dieses Systems und seines effektiven propagandistischen Überbaues zu entfliehen. Wir absorbieren die Zerstreuungen wie Süchtige, greifen allseits nach den leeren Versprechungen und sind dennoch stets hungrig, weil nicht erfüllt. Es sind fast alle in diesem kollektiven Schlaf versunken, der sich aus den falschen Verheissungen eines Lebens im materiellen Überfluss speist. Obwohl das Unbehagen wächst und das herrschende Paradigma langsam zu wackeln beginnt, so sind die Wachstumszwänge, die das Schuldgeldsystem jedem auferlegt, eindringlich überzeugend. Aus dem herrschenden Glaubenssystem auszubrechen, ist nicht leicht, denn es hat das gesamte Territorium, nicht nur das geografische und politische, sondern im Besonderen auch das mentale, okkupiert.

Wir haben den Kontakt zu unserem Selbst im diesem kollektiven Traum vergessen, und darin ist auch gleichsam unsere spirituelle Schuld begründet und bestärkt, „denn wer sich nicht erkennt, der lebt in Armut und ist diese Armut“ (Jesus, Thomasevangelium – War Jesus Caesar? 2000 Jahre Anbetung einer Kopie (Videos).

Was uns also zur Lösung unserer Krise bevorsteht, ist nicht nur eine Reform unseres Geldwesens, in welchem wir von einem Geld in Form einer verzinsten Schuld zu einem gerechten und nachhaltigen Tauschmittel wechseln.

Was uns vor allem bevorsteht, ist auch eine kulturelle Wende, ein wahrhaftiger Paradigmenwechsel, in welchem wir wagen, unsere Beziehung zu unserem Selbst, zu unseren Mitmenschen und zur Mitwelt neu, positiv und mit Liebe zu definieren. Denn die Art und Weise, wie wir bisher mit uns und unserer Umwelt umgegangen sind, ist definitiv nicht länger tragbar.

Leonard Cohen klingt jetzt in meinem Ohr: „Everybody knows, everybody knows …„

Autor Yoshi Frey